Kitap 7
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Und von diesem Augenblick an geriethen die Athener 413 v. Chr. bereits in'große Verwirrung und Rathlostgkeit. Wie eS dabei zuging und auf welche-Art von beiden Seiten Jegliches geschah, war so leicht nicht zu erfahren.' Was am hellen Tage geschehen ist, wissen die Betheiligten zwar schon besser, aber auch hiebei nicht das Ganze der Ereignisse, sondern ein Jeder nur, was ihn selbst betrifft; mit einiger Genauigkeit; bei einem Nachtkampf aber, wie dieser, — dem einzigen in diesem Kriege zwischen großen Heeresmassen, — wie hätte man da irgend etwas genau erkennen mögen? Denn es war zwar Heller Mondschein, aber man sah sich einander doch nur, wie es im Mondschein eben nicht anders ist, wo man zwar die Körpergestalt vor Augen sieht, aber doch'nicht gewiß weiß, ob man einen Freund vor sich hat. - Von den Schwerbewaffneten wurden in dem Gedränge beiderseits nicht wenige niedergeworfen. Von den Athenern war ein Theil bereits geworfen, während Andere noch im ersten Anlauf vordrangen, ohne gelitten zu haben. Ein großer Theil ihres übrigen Heeres hatte eben erst die Höhen erstiegen, ein anderer war noch im Ansteigen begriffen, so daß sie nicht wußten, welchem Trupp sie sich anschließen sollten. Denn bei den Vordersten, nachdem sie zurückgeworfen waren, befand sich bereits Alles in der größten Verwirrung, und vor lauter Geschrei war es schwer, etwas zu unterscheiden. Die siegreichen Syrakusaner nämlich und ihre Bundesgenossen ermunterten sich einander mit lautem Geschrei, zumal eS bei der Nacht auch nicht möglich war, auf andere Art Kommando's zu geben, indem sie zugleich den Anrückenden die Spitze boten; die athenischen Abtheilungen aber mußten sich einander suchen, und Alles, was von der feindlichen Seite her kam, auch wenn es Freunde von den schon wieder fliehend Umkehrenden waren, hielten sie für feindlich. Auch machten sie unter sich selbst großen Lärm, indem sie einander häufig nach der Losung fragten, weil auf andere Weise eine Erkennung nicht möglich war, und zwar Alle zugleich, und machten so auch die Feinde mit dem Losungswort bekannt.- Sie selber aber erfuhren die der Feinde nicht, da diese, siegrcich'und nicht zerstreut, wie sie waren, sich gegenseitig gut erkennen konnten.. Wenn also die Athener selbst in überlegener Zahl auf Feindliche trafen, so entgingen ihnen diese, weil sie ihre Losung kannten; blieben aber die Athener, die Antwort ThukydideS. litt. 14 413 v. Chr. schuldig, so wurden sie niedergehauene Das größte Unheil aber verursachte der Schlachtgesang, denn da derselbe auf beiden Seiten fast gleich war, so entstand daraus große.Verwirrung. Du Argiver und Kerkyräer und was sonst Dorischen Stammes, aus Seiten der Athener war, wenn sie den Schlachtgesang anstimmten, erweckten bei den Athenern selber Furcht, und die Feinde ebenso. Endlich, da die Verwirrung überHand genommen, stießen an vielen Punkten ihre eigenen Abtheilungen gegen einander, Freund gegen Freund und Mitbürger gegen Mitbürger, und es kam nicht nur zum bloßen Schrecken, sondern sie wurden auch wirklich handgemein und konnten, nur mit^Mühe auseinander gebracht werden. Vom Feind verfolgt, stürzten sich Viele die.Abhänge hinunter und fanden ihren Tod, denn der Weg von Epipolä herab ist eng. Von denen, die sich, indeß glücklich in die Ebene hinab gerettet hatten, .entkam die Mehrzahl in das Lager, zumal die vom frühern Heere, welche die Gelegenheit deS Ortes besser kannten; von den später Herabgekommenen aber verfehlte ein Theil den Weg und. irrte in der Gegend umher; diese sind, nachdem es Tag geworden, von der streifenden Reiterei der Syrakusaner niedergehauen worden. i .