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Kitap 8

106 Während die Peloponnesier nach entschiedener Niederlage zuerst meist nach dem Meidios-Fluß und dann nach Abydos flohen, nahmen ihnen die Athener zwar nur wenige Schiffe ab — denn der schmale Hellespont gewährte den Feinden in nächster Nähe Zufluchtsörter — aber doch war ihnen dieser Sieg zur höchsten und gelegensten Zeit gekommen. Denn während sie bis dahin die Seemacht der Peloponnesier wegen der kleinen Schlappen, die sie erlitten, und wegen des Unglücks auf Sicilien gefürchtet hatten, durften sie jetzt aufhören, sich selbst in ihrer Meinung herabzusetzen und die Feinde für berufen zur Seemacht zu halten. Von den Schiffen der Gegner hatten sie acht Chiische, fünf Korinthische, zwei Amprakiotische und zwei Böotische. und von denen der Leukadier, Lakedämonier, Syrakusaner und Pelleneer je eins genommen; sie selbst hatten fünfzehn der ihrigen verloren. Nachdem sie auf dem Vorgebirge, wo Kynos- Sema liegt, ein Siegeszeichen aufgestellt, die Schiffstrümmer gesammelt und den Gegnern unter dem Schutze eines Vertrages ihre Todten herausgegeben hatten, schickten sie auch einen Dreiruderer nach Athen als Boten des Sieges. Als dieß Schiff ankam und die zu Hause das ganz unverhoffte Glück vernahmen, so faßten sie nach den eben erlittenen Niederlagen bei Euböa und den gefahrvollen Ereignissen während ihres inneren Zerwürfnisses wieder viel mehr Muth, und sie glaubten jetzt wieder, daß sie doch noch im Stande seien, den Sieg davonzutragen, wenn sie nur mit Eifer an'S Werk gingen.

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