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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 8

46 Tissaphernes aber empfahl er, es nicht zu schnell zum Frieden kommen zu lassen, auch nicht etwa, wie er vorharte, phönizische Schiffe heranzuziehen oder noch mehr Griechen in Sold zu nehmen, um dadurch Einer Macht zu Lande und zur See das Übergewicht zu vershcaffen, damit beide einander das Gleichgewicht hielten und der König in der Lage sei, die eine Macht gegen die ihm jeweilig unbequeme andere auszuspielen; denn wenn die Herrschaft zu Lande und zur See in Eine Hand gelange, so werde der König niemand haben, mit dessen Hilfe er deren Übermacht brechen könne, und sich demnächst genötigt sehen, mit großen Kosten und auf eigene Gefahr den Kampf mit ihr aufzunehmen. Weit vorteilhafter und ungefährlicher, ungleich wohlfeiler und zugleich sicherer für ihn sei es, die Griechen sich untereinander aufreiben zu lassen. Und da könne er nur dazu raten, sich in die Herrschaft mit den Athenern zu teilen, da diese es weniger auf die Beherrschung des Festlandes abgesehen hätten und sowohl ncul, ihren Versicherungen wie in der Tat im Kriege Zwecke verfolgten, welche den Interessen des Königs am meisten entsprächen. Denn sie würden mit ihm gemeinshcaftliche Sache machen, um sich die Inselwelt, ihm aber die in seinem Reiche wohnenden Griechen zu unterwerfen, während die Lakedämonier grade in der Absicht kämen, die Griechen zu befreien. Und es sei sehr unwahrshceinlich, daß die Lakedämonier, welche die Griechen jetzt von der Herrschaft ihrer Landsleute befreien wollten, davon absehen würden, sie auch von der Perserherrschaft zu befreien, solange es ihnen nicht gelungen, die Macht der Athener zu vernichten. Er riet ihm also, sich beide erst untereinander aufreiben und die Athener sich dabei möglichst erschöpfen zu lassen, um sich dann auch die Peloponnesier in Asien vom Halse zu schaffen. Im wesent­ lichen war das auch die Ansicht des Tissaphernes, soviel man wenigstens aus seinem Verhalten schließen konnte. Denn eben weil er den Rat des Alkibiades für gut hielt und ihm sein Vertrauen schenkte, zahlte er den Peloponnesiern nicht den vollen Sold und verhinderte sie, eine Seeschlacht zu liefern, indem er ihnen riet, die Ankunft der phönizischen Schiffe ab­ zuwarten, um den Kampf mit Übermacht aufnehmen zu können, wodurch er ihre Pläne durchkreuzte und ihre auch so schon sehr stattliche Flotte im rechten Augenblick lahm legte. Über­ haupt konnte man deutlich merken, daß es ihm mit der Teil­ nahme am Kriege kein Ernst mehr war.

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