Kitap 8
2
In dem nun folgenden Winter waren durch das große Unglück der Athener in Sicilien alle Hellenen sofort in große Erregung versetzt worden. Diejenigen von ihnen, welche sich bis dahin keiner Partei angeschlossen hatten, glaubten sich nicht länger mehr des Krieges enthalten zu dürfen, auch wenn Niemand sie dazu auffordere, sondern aus eigenem Antrieb müsse man gegen die Athener losgehen. Denn sie glaubten, wenn die Athener nur in Sicilien gesiegt hätten, so würden sie dann auch über jeden von ihnen ohne Ausnahme hergefallen sein, und jetzt, dachten sie, könne der Krieg nur mehr kurze Zeit dauern, und gleichwohl sei es ehrenvoll, sich noch daran zu betheiligen. Die Genossen der Lakedämonier ihrerseits zeigten jetzt noch größeren BundeSeiser als früher, um sich so rasch als.möglich von so großer Bedrängniß zu befreien; vor Allem aber waren die Unterthanen der Athener selber bereit, abzufallen, ohne Berechnung ihrer eigenen Mittel, da sie Alles nur nach ihrer Leidenschaft beurtheilten und nicht einmal so viel Ueberlegung behielten, um daran zu.denken, wie sie auch nur für den folgenden Sommer sich zu halten im Stande wären. Der Staat der Lakedämonier aber gewann auS all diesen Umständen neuen Muth, zumal da auch wohl die Bundesgenossen aus Sicilien, nachdem ihnen die Noth zu einer Flotte verholfen, bei Frühlingsanbruch mit großer Macht zu ihnen stoßen würden. Da sie so von allen Seiten in zuversichtlicher Hoffnung waren, so gedachten sie, sich ganz rücksichtslos dem Krieg zu widmen, indem sie überlegten, daß sie nach dessen glücklicher Beendigung für die Zukunft auS einer so großen Gefahr befreit sein würden, wie Seitens der Athener sie ihnen gedroht hätte, wenn diese die Sikelische Macht zu der ihrigen gewönnen hätten, und daß sie, wenn jene erst gestürzt seien, die Obmacht über ganz Hellas ganz sicher in der 41!3 v. Chr. Hand haben wurden.