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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 8

87 Um diese Zeit noch in demselben Sommer, wo die Pelo­ ponnesier gegen Tissaphernes aus Vershciedenen Gründen, nament­ lich wegen der Rückkunft des Alkibiades, worin sie einen deut­ lichen Beweis seiner nunmehrigen Athenerfreundschaft erblickten, im höchsten Grade verstimmt waren, machte dieser, anshceinend doch, weil er sich in ihren Augen von diesem Verdacht reinigen wollte, endlich Anstalt, sich zur phönizischen Flotte nach Aspendos zu begeben, und bat Lichas, ihn dahin zu begleiten. Während seiner Abwesenheit, sagte er, sollte Tamos, sein Unterstatthalter, dafür sorgen, daß der Sold für das Heer gezahlt würde. Die Berichte hierüber lauten verschieden; auch ist es in der Tat nicht recht verständlich, wozu er sich nach Aspendos begab und die Flotte dann doch nicht mitbrachte. Daß die phönizische Flotte, hundertsiebenundvierzig Segel stark, bis nach Aspendos gekommen war, unterliegt keinem Zweifel. Weshalb sie aber nicht weiter kam, darüber herrschen mancherlei Vermutungen. Die einen meinen, er habe die Reise unternommen, um die Peloponnesier hinzuhalten und sie, wie das ja in seinem Plane lag, dadurch zu schwächen, wenigstens zahlte Tamos, dem das aufgetragen war, den Sold nicht besser, sondern nur noch schlechter als vorher; andere, er habe die Phönizier nur des­ halb nach Aspendos kommen lassen, um hier für ihre Entlassung Geld von ihnen zu erpressen, und gar nicht daran gedacht, sie wirklich zu verwenden; noch andere, es sei ihm wegen der nach Lakedämon gelangten nachteiligen Gerüchte darum zu tun ge­ wesen, sich dort in den Ruf zu setzen, daß er es nicht an sich fehlen lasse und dies durch seine Abreise zu der ja unzweifelhaft schlagfertigen Flotte denn doch deutlich genug bewiesen habe. Nach meiner Meinung hat er die Flotte wahrscheinlich doch wohl deshalb nicht mitgebracht, weil er die Griechen hinhalten und schwächen wollte; während er dort blieb und auf sich warten ließ, sollten sie mürbe werden und, indem er sich auf keine Seite schlug, einander nicht über den Kopf wachsen; denn daß er, wenn er gewollt, den Krieg hätte entscheiden können, unterliegt wohl keinem Zweifel. Wäre er mit der Flotte ge­ kommen, so hätte er den Lakedämoniern unfehlbar zum Siege verholfen, da sie in dem Augenblick zur See jedenfalls nicht schwächer waren als die Athener, sondern ihnen mindestens gewahcsen waren. Schon der Grund, den er dafür anführte, daß er die Flotte nicht mitgebracht, war fadenscheinig. Er sagte nämlich, es wären dort nicht so viel Schiffe beisammen gewesen, wie t)er König befohlen. Auf dessen Dank hätte er doch sicherlich um so mehr rechnen können, wenn er ihm nicht noch große Kosten gemacht, sondern schon mit geringeren Mitteln dasselbe zuwege gebracht hätte. Kurzum, Tissaphernes begab sich, gleichviel in welcher Absicht, nach Aspendos und traf dort mit den Phöniziern zusammen, und auf seinen Wunsch ließen die Peloponnesier Philippos mit zwei Trieren zu deren Flotte stoßen.

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