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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap 8

96 Als die Nachricht von den Ereignissen in Euboia nach Athen kam, entstand dort eine Bestürzung wie nie zuvor. Weder das Unglück in Sizilien, so groß es damals erschien, noch sonst ein Ereignis hatte die Stadt jemals so in Schrecken versetzt: das Heer in Samos in offener Empörung, andere Schiffe und Mannschaft dafür nicht vorhanden, die Stadt in Aufruhr, wobei niemand wußte, wie bald es dabei zu blutigen Zusammenstößen kommen würde, dazu nun noch solch ein Un­ glück, durch das man nicht nur eine Flotte, sondern, was das schlimmste war, auch Euboia verloren hatte, von wo die Athener mehr als aus Attika selbst bezogen. Was Wunder, daß sie mutlos wurden? Ihre größte und nächste Sorge aber war, die Feinde würden nach ihrem Siege sogleich einen An­ griff auf den von Schiffen entblößten Peiraieus unternehmen und jeden Augenblick dort erscheinen. Und wenn diese nur rascher entschlossen gewesen wären, so würden sie das auch leicht gekonnt und entweder durch eine Hafensperre die Gegen­ sätze in der Stadt verschärft oder durch eine längere Belage­ rung die Flotte in Samos trotz ihrer Feindschaft gegen die Oligarchie genötigt haben, ihren Landsleuten und der Vater­ stadt zu Hilfe zu kommen, und Unterdessen wäre der Hellespont, Ionien mit den Inseln und der ganze Kreis bis Euboia, mit einem Worte das ganze Reich der Athener ihnen zugefallen. Aber nicht nur diesmal, sondern auch bei vielen anderen Ge­ legenheiten war es für die Athener ein großer Vorteil, daß sie es mit Lakedämoniern als Feinden zu tun hatten; denn eben, daß sie so verschieden veranlagt, sie schnell, jene langsam, sie unternehmend, jene bedenklich waren, kam ihnen den Lake­ dämoniern gegenüber, namentlich auch für ihre Seeherrschast, sehr zustatten. Das konnte man an den Syrakusern sehen. Denn wie sie den Athenern am ähnlichsten veranlagt waren, so führten sie auch den Krieg gegen sie mit größtem Erfolg.

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