Kitap 8
98
Als die Sache diese Wendung nahm, verzogen sich Pei sandros, Alexikles und die übrigen Häupter der Oligarchie sogleich in aller Stille nach Dekeleia. Nur Aristarchos, der damals grade auch Feldherr war, machte sich mit einer Hand voll jener wilden barbarischen Bogenschützen eiligst nach Oinoe auf. Oinoe war eine athenische Festung an der Grenze von Böotien, welche die Korinther, weil eine Anzahl ihrer Leute durch die dortige Besatzung beim Abzüge von Dekeleia über fallen und niedergemacht worden war, damals belagerten, wo bei ihnen die Böotier auf ihr Ersuchen nicht mehr wie gern die Hand geboten hatten. Mit ihnen setzte Aristarchos sich ins Einvernehmen und log dann den Athenern in Oinoe vor, in Athen habe man Frieden mit den Lakedämoniern geschlossen und dabei sei insbesondere auch ganz ausdrücklich ausgemacht, daß sie die Festung den Böotiern zu übergeben hätten. Da er einer der Feldherren war, sie selbst aber infolge der Be lagerung von nichts wußten, schenkten sie ihm unbedenklich Glauben und räumten die Festung, nachdem man ihnen freien Abzug gewährt hatte. Auf diese Weise gelangten die Böotier in den Besitz von Oinoe. Damit hatte die Oligarchie und der Parteikampf in Athen ein Ende.