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Kitap 8

95 Die Schiffe der Peloponnesier fuhren aber vorüber, umsegelten Sunion und gingen zwischen Thorikos und Prasia vor Anker; später gingen sie bis Oropos. Die Athener waren genöthigt, sich in der Eile auch ungeübter Schiffsmannschaft zu bedienen, da die Stadt in innerem Zwiespalt lag, und sie so rasch als möglich einer solchen Lebensfrage wegen sich zur Abwehr stellen wollten — denn bei der Absperrung Attika's war Euböa jetzt ihr Alles — und so schickten sie den ThymochareS als Anführer mit Schiffen nach Eretria, welche, mit dem schon früher bei Euböa stationirten Geschwader vereinigt, sechsunddreißig Segel ausmachten. Dieselben wurden auch sofort zu einem Seegefecht gezwungen. AgefandridaS nämlich ließ seine Leute das Frühmahl nehmen und kam dann von OropoS her angesegelt, welches von der Stadt der Eretrier ungefähr sechzig Seestadien entfernt liegt. Als er nun heransteuerte, befahlen auch die Athener sogleich ihre Schiffe zu bemannen, im Glau­ n) Ein Stt-Stadion — 2/,g des gewöhnlichen, also 450 grltch. Fuß, 44 Ruthen rhtinl. ben, daß ihre Mannschaft sich in der Nähe der Fahrzeuge aufhalte. 411 v. Chr. Diese hatten aber, als sie nach Lebensmitteln ausgingen, auf dem Markte Nichts zu ihrer Mahlzeit gefunden — die Eretrier hatten es nämlich so veranstaltet, daß hier Nichts zum Kauf geboten wurde — sondern nur in den entlegensten Häusern der Stadt, damit die Athener ihre Schiffe nur langsam bemannen könnten, während die Feinde sie bereits anfielen und nöthigten, zum Kampfe anszulaufen, wie sie gerade waren. Den Feinden war auch von Eretria aus ein Zeichen nach OropoS gegeben worden, wann sie auslaufen sollten. So schlecht gerüstet also fuhren die Athener aus und nahmen den Seekampf vor dem Hafen der Eretrier an. Gleichwohl hielten sie eine ziemliche Zeit Stand, dann aber wurden sie zur Flucht gezwungen und gegen das Land hin verfolgt. Und die von ihnen, welche sich nach Eretria, als in eine befreundete Stadt, flüchteten, zogen sich das schmählichste Schicksal zu, denn sie wurden von den Eretriern ermordet. Die sich aber in das Kastell der Stadt warfen, welches die Athener besetzt hielten, retteten sich, und so auch diejenigen Schiffe, welche nach Chalkis entkamen. Die Peloponnesier hatten aber zweiundzwanzig Schiffe der Athener genommen und die Mannschaft theils getödtet, theils gefangen genommen und stellten dann ein Siegeszeichen auf. Und nicht lange danach hatten sie den Abfall von ganz Euböa, nur Oreos ausgenommen, bewirkt — diese Stadt nämlich hielten die Athener noch besetzt — und auch alles Umliegende unter sich gebracht.

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