Kitap back
2
Die Einen nun erzählen, Thukydides sei dort gestorben, wo er als Verbannter gelebt, und bringen auch einen Beweis dafür bei, daß sein Leichnam nicht in attischer Erde ruhe. Nuf dem Grabe nämlich stehe eine Mastspitze, und das sei das einheimische, in Attika gebräuchliche Zeichen, woran man erkenne, daß das Grab ein leeres, und der Betreffende in der Verbannung gestorben und nicht in Athen begraben sei Didymos aber erzählt, daß er aus der Verbannung zurückgekehrt und zu Athen eines gewaltsamen Todes gestorben sei; jenes aber, sagt er, stehe in dem Bericht des Zopyros. Nach der Niederlage (auf Sicilien nämlich hätten die Athener allen Verbannten mit Ausnahme der Peifistratiden die Rückkehr gewährt. Er sei also zurückgekehrt, eines gewaltsamen Todes gestorben und bei den Kimonischen Gräbern bestattet worden. Auch sagt er, er könne die Einfalt derjenigen nur verachten, welche glauben, daß er zwar in der Fremde gestorben, aber auf Attischem Boden begraben sei. Denn entweder wäre er dann nicht in den väterlichen Gräbern bestattet worden, oder doch nur heimlich hineingelegt, und hätte dann weder eine Denksäule, noch eine Inschrift erhalten, die aber doch wirklich mit dem Namen des Geschichtschreibers auf dem Grabe steht. Daß aber den Verbannten die Rückkehr gestattet wurde, leidet keinen Zweifel, denn auch PhilochoroS erzählt es und DemetricS in seinen Archonten. Und wenn Zopyros behauptet, er sei in Thrakien gestorben, so bin ich meineStheils der Meinung, daß dies nur leeres Gerede ist, wenn gleich auch Kratippos meint, daß er die Wahrheit berichte. Wenn aber Timäos und Andere behaupten, er sei in Italien begraben, so ist das ganz und gar lächerlich.