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2 Unser Geschichtschreiber aber, nachdem er das gehörige Alter erreicht, betheiligte sich nicht an den Staatsgeschäften, noch auch betrat er die Rednerbühne, wohl aber übernahm er ein Feldherrnamt, mit diesem Kommando jedoch auch die Quelle seines Unglücks; denn seine Verbannung war die Folge desselben. Die Veranlassung war, daß er nach Amphipolis geschickt wurde, wo ihm aber Brasidas zuvorkam, der die Stadt wegnahm; gleichwohl war seine Amtsführung nicht ohne allen Nutzen für die Athener, da er zwar Amphipolis vertor, aber doch Eion am Strymon rettete Trotzdem rechneten sie ihm sein erstes Unglück als Schuld an und verbannten ihn. Nach 8) AnaiagoraS oder ThukydideS waren so wenig Gottesleugner wie SvkrateS. aber ein GotteSläugner heißt bei „jeder Orthvdvrie Jeder, der ihren Aberglauben ablehnt." (Kr.) 9) VItI, es. 10), 104; V, As der Verbannung hielt er sich in Aegina'') auf und lieh, als reicher Mann, den größten Theil seines Vermögens aus Zinsen auS; dock auch von hier zog er wieder weg und hielt sich in Skapte Hyle aus, wo er im Schatten einer Platane an seiner Geschichte schrieb. Man muß sich nämlich hüten, dem Timäos Glauben zu schenken, welcher berichtet, daß er als Verbannter in Italien gelebt habe. Trotz Allem aber schrieb er nicht so, daß er den Athenern ihr Unrecht gedachte, sondern wie ein wahrhaftiger Mann und ohne Leidenschaftlichkeit, da nicht einmal Kleon und Brasidas, der doch die Ursache seines Unglücks war, von ihm geschmäht worden, so daß sich hierin der erzürnte Geschichtschreiber offenbart hätte. Und doch, haben die Meisten die Geschichte nach den Eingebungen ihrer Leidenschaft geschrieben und sich um die Wahrheit sehr wenig gekümmert. So erzählt Herodotos weil er von den Korinthern verachtet worden war, sie seien vor der Seeschlacht bei Salamis davongelaufen; Timäos aber, der Tauromenier, lobt den Timoleon über alles Maß. weil er seinen Vater Andromachos im Besitz der Alleinherrschaft gelassen hatte; so vertheidigt auch Philistos in seinen Reden den jüngeren Dionysios, Lenophon aber schmäht den Menon den Freund des Plato, aus Eifersucht auf Plato. Der gemäßigte und billig denkende Mann aber läßt sich von der Wahrheit überwinden.

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