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Ἱστορίαι Thucydides

Kitap front

2 Gleich bei Beginn des Krieges faßte er den Plan, dessen Ge­ schichte zu schreiben, und machte sich damit an die Arbeit (l 1). Über die Zeit der Entstehung der einzelnen Teile deS Werkes sind die Ansichten geteilt, und eS würde zu weit führen, darauf hier näher einzugehen. Anscheinend ist es zum Teil schon im Laufe des Krieges, zum Teil erst nach dessen Beendigung von ihm verfaßt worden. Nach einer geschichtlichen Einleitung im ersten Buche behandelt das zweite, dritte, vierte und fünfte Buch bis Kapitel 20 den ersten, zehnjährigen Krieg, daS fünfte, sechste und siebente die Zwischenzeit vom sogenannten Frieden des Nikias (421) bis zum Ausgange des Sizilischen Feldzuges (413), das achte, nur bis zum Jahre 411 vollendete, die Geschichte des sogenannten Dekeleiischen Krieges (413—401). Die Ereig­ nisse werden darin annalistisch, Jahr für Jahr, nach Sommer und Winter erzählt. Mit dem einundzwanzigsten Kriegsjahre bricht das Werk ab. Die Einteilung in Bücher rührt nicht von Thukydides selbst her, sondern stammt wahrscheinlich von einem alexandrinischen Gelehrten.
2 In alter Zeit war es lediglich die Dichtung, welche die Er­ eignisse der Vergangenheit der Nachwelt überlieferte. Im sechsten Jahrhundert aber begannen die ionische« Logo­ graphen Nachrichten darüber zu sammeln und sie in Prosa aufzuzeichnen. Nach dem Perserkriege verfaßte dann Herodot, „der Vater der Geschichte", das erste wirkliche Geschichts­ werk. In dem dorischen Halikarnaß um 500 geboren, ge­ storben wohl 424 in Tburioi in Italien, schreibt auch er noch in ionischer Mundart und erzählt in naiv-liebenswürdiger Weise mit epischer Breite von Menschen und Dingen. Aber erst mit seinem Nachfolger, dem attischen Thukydides, beginnt in Griechenland eine streng wissenshcaftliche kritische Historio­ graphie.

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